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Spuren von über 1000 Jahre altem Bonaduzer Leben

Spuren von über 1000 Jahre altem Bonaduzer Leben

Beim Ortseingang von Bonaduz wird seit Tagen in einer Grube gearbeitet. Entstehen soll dort ein neues Einfamilienhaus. Am Werk sind zurzeit aber Mitarbeiter des Archäologischen Diensts Graubünden, die über 1000 Jahre alte Siedlungsreste gefunden haben.

Corinne
Raguth Tscharner
07.03.20 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben

Sechs Personen haben in den letzten Tagen neben der Hauptstrasse beim Dorfeingang Bonaduz gegraben und gebuddelt. Sie suchen nach Schätzen - historischen Schätzen. Am Werk sind Mitarbeiter des Archäologischen Dienstes Graubünden (ADG), der dort seit einigen Wochen eine Notgrabung durchführt. Eine Grabung, bei der vor einem Bauvorhaben die archäologischen Strukturen im Boden archiviert und dokumentiert werden.

Gefunden wurden bisher vor allem Siedlungs- und Gebäudereste aus dem Frühmittelalter, also aus der Zeit 500 bis 1000 nach Christus. Allenfalls seien die Fundstücke gar ein bisschen älter, sagt Christoph Walser, Leiter des Bereichs Bau- und Bodenforschung des Archäologischen Dienst Graubünden. «So weit sind wir mit den Untersuchungen momentan jedoch noch nicht.»

Der Blick von Oben: Hier wurden Siedlungsreste auf Bonaduzer Boden gefunden.
KANTON GRAUBÜNDEN / ARCHÄOLOGISCHER DIENST GRAUBÜNDEN

Unter den Fundstücken sind nicht nur Hüttenlehm, Reste von Holzpfostenbauten und Werkgruben, sondern auch Fragmente von Gefässen aus Speckstein - und auch Tierknochen. «Das sind Schlachtabfälle, die neben den Gebäudestrukturen auf eine ehemalige Siedlung hinweisen», so Walser.

Die Fundstücke sicherzustellen, war nicht immer ganz einfach. Vor allem das Wetter war den Mitarbeitern des ADG nicht immer gut gesinnt. «Anfänglich war uns das Wetter mit milden Temperaturen noch relativ hold. In den letzten Tagen war es aber leider etwas ungünstig und die Schneefälle in der Früh haben das Arbeiten erschwert», sagt Walser.

Der Schnee machte die Arbeit nicht einfacher.
KANTON GRAUBÜNDEN / ARCHÄOLOGISCHER DIENST GRAUBÜNDEN

Am Ort der Grabungen soll ein Einfamilienhaus entstehen. Dieses Bauvorhaben kann auch schon bald in Angriff genommen werden, denn laut Walser ist der ADG in den letzten Zügen der Arbeiten: «Wir werden die Grabungen noch diese Woche abschliessen. So kann schon nächste Woche mit dem Bau begonnen werden.»

Verzögerungen in der Bauplanung hat es in diesem Fall in Bonaduz laut Walser sowieso nie gegeben. Man habe die Bauherren schon während der Aussschreibungsphase über die Grabungen informieren können. «Wir sind auf das Baugesuch gestossen», sagt Walser. Weil der Bauort zwischen zwei bekannten archäologischen Fundstellen liege - Valbeuna auf der gegenüberliegenden Strassenseite und Sera Curt östlich davon - sei man hellhörig geworden. «Das ist ein Hinweis, dass auch dort eine Fundstelle zu erwarten ist. Deshalb haben wir uns früh an die Gemeinde gewandt und uns mit der Bauleitung zusammengeschlossen.»

GRUBENGESCHICHTEN – AKTUELLE NOTGRABUNG IN BONADUZ Das Gebiet von Bonaduz ist seit langer Zeit vom Menschen besiedelt....

Posted by Kanton Graubünden on Monday, March 2, 2020

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