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Schauen wir vorwärts

Schauen wir vorwärts

Philipp
Wyss
31.12.20 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben
Kommentar
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Ein Pinguin kann seinen Kopf nicht weit genug drehen, um zurückzuschauen, hat mir ein guter Freund vor vielen Jahren einmal erklärt. Dem gegenüber können Eulen ihren Kopf um bis zu 270 Grad wenden. Für mich bleiben da zwei Fragen offen: 1. Was ist besser? Und 2. Um wie viel Grad können oder wollen wir Menschen den Kopf drehen?

Zum Jahresschluss geht es aber nicht um Körperfähigkeiten, sondern ums Zurückschauen: Was bleibt, von diesen 366 Tagen im Jahr 2020? Wahrscheinlich kommt zahlreichen von uns zunächst viel Negatives in den Sinn. Ungewissheit, Kurzarbeit, Lockdown, Geschäftsschliessungen, Arbeitsplatzunsicherheit, Krankheit, Verlustangst oder gar der Tod. Viele lassen heute ein schlimmes, die meisten von uns kein einfaches Jahr hinter sich. Gewisse Einschränkungen waren unangenehm, manche vielleicht und im Nachhinein betrachtet unnötig.

Während zahlreiche Menschen schwer an Covid-19 erkrankt sind, haben andere jemanden aus der Familie oder aus dem Freundeskreis für immer verloren. Nicht wenige unter uns sind aber bislang mit einem blauen Auge davongekommen. Denn die wenigsten Entscheidungen von Bund und Kanton waren für uns Bündnerinnen und Bündner lebensbedrohend.

Was sind nicht durchgeführte Trainings, eine abgesagte Geburtstagsfeier, verschobene Sommerferien oder eine kleinere Silvesterfeier schon anderes als Luxusprobleme? Zumindest ich hatte rückblickend nur sehr wenige grundlegende Einschränkungen wegen des Virus und viel, viel Glück.

Und dieses Glück wünsche ich Ihnen und Graubünden für das neue Jahr. Auch wenn wir im Gegensatz zum Pinguin zurückschauen können – stossen wir heute Nacht anders als in den vergangenen Jahren an und blicken wir mutig und zuversichtlich nach vorne. Packen wir 2021 gemeinsam an.

Kontaktieren Sie unseren Autor zum Thema: philipp.wyss@somedia.ch

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