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Mit Kirchensteuern für die Kirchensteuern

Mit Kirchensteuern für die Kirchensteuern

Die beiden Glarner Landeskirchen engagieren sich für den Erhalt der Kirchensteuern für juristische Personen. Für ihre Kampagne verwenden sie ausgerechnet auch Kirchensteuergelder.

Sebastian
Dürst
02.09.21 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben
Mehr als nur Kirche: Mit den Kirchensteuern finanziere man eben nicht nur Gebäude, vermitteln die Kirchen in einer Kampagne.
Archivbild Sasi Subramaniam

Vor einem knappen Jahr hat der Kirchenratspräsident der evangelisch-reformierten Landeskirche Glarus, Ulrich Knoepfel, fast schon landesweite Bekanntheit erlangt. Der Grund dafür war, dass er sich am grossen Engagement vieler Kirchen für die Konzernverantwortungsinitiative störte und ein Gegen-Komitee mitbegründete. Knoepfel begründete sein Engagement auch damit, dass oft eine grosse Gruppe übergangen werde, wenn sich die Kirche politisch äussere. Sie solle sich darum bei politischen Stellungnahmen und in Abstimmungskämpfen zurückhalten.

Allerdings hat Knoepfel schon vor einem Jahr eine Ausnahme von dieser Forderung formuliert: wenn es bei Abstimmungen um unmittelbar christliche Grundwerte oder kirchliche Fragen im engeren Sinne gehe.

Die Ausnahme von der Regel

Diese Ausnahme sieht Knoepfel beim Engagement beider Glarner Landeskirchen für die kommende Landsgemeinde als gegeben an. Gemeinsam haben die Landeskirchen nämlich auf verschiedenen Kanälen eine Kampagne lanciert, bei der sie für die Beibehaltung der Kirchensteuern für juristische Personen an der Landsgemeinde werben.

Wobei das nicht ganz richtig sei, sagt Knoepfel: «Es geht uns in erster Linie darum, die Bevölkerung zu informieren, was mit den Kirchensteuern passiert. Natürlich aber mit einer klaren Botschaft dazu.» Er ist überzeugt, dass das Engagement der Kirchen im Interesse der Mitglieder ist. Es sei richtig, dass die Kirche sich dafür einsetze, dass wichtige Aufgaben weiterhin erfüllt werden könnten.

Bewusster Entscheid

Finanziert wird diese Kampagne auch mit Kirchensteuern, um die es an der Landsgemeinde ja geht. In einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben die katholische und die reformierte Kirche dazu, dass man sich bewusst dafür entschieden habe, gegen den Memorialsantrag ein «bescheidenes Budget aus den Kirchensteuern und viel Freiwilligenarbeit» einzusetzen.

Es gehe darum, dass Organisationen wie die Schuldenberatung Alojob, die Beratungs- und Therapiestelle Sonnenhügel, der Helppoint und das Care Team am Kantonsspital weiterhin Unterstützung erhalten können. «Wir sind es auch den Mitarbeitern dieser Organisationen schuldig, uns für ihre Arbeit einzusetzen», ergänzt Knoepfel.

Taten statt Worte

In ihrer gemeinsamen Medienmitteilung betonen die beiden Glarner Landeskirchen zudem, dass es sich nicht um eine grosse Plakatkampagne handle, die man im Vorfeld der Landsgemeinde gestartet habe. «Wir möchten stattdessen weiterhin Taten sprechen lassen», heisst es in der Mitteilung. Und weiter: «Die evangelisch-reformierte und römisch-katholische Landeskirchen erachten es als wichtig, dass die Stimmbevölkerung informiert ist und sich mit Menschen in einer Krise solidarisch zeigen kann.»

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Ein Argument mehr gegen weitere Kirchensteuern für Firmen, zumal Firmen häufig selbst gerne spenden, nur das sie dann selbst entscheiden wohin das Geld geht. Meine Firma etwa unterstützt lokales, wie das Badi in Schwändi.