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Herzschlag-Achterbahn im Medienhaus

Herzschlag-Achterbahn im Medienhaus

«suedostschweiz.ch» hat am 4. März den Puls auf der Redaktion gemessen – im wahrsten Sinne des Wortes.

05.03.18 - 04:30 Uhr
Ereignisse
Die No-Billag-Initiative liess den Puls eines Mitarbeiters hochschnellen.

Die No-Billag-Initiative ist vom Tisch. Die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben die Vorlage mit über 71 Prozent Nein-Stimmen abgeschmettert. Auch wenn bereits die ersten Hochrechnungen auf dieses Endergebnis hindeuteten, vermochte das die Stimmung in Medienhäusern – mindestens in unserem – nicht zu lockern. Auch wenn unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich am Sonntag im Büro darauf konzentrierten, ihrem Job nachzugehen, war eine gewisse Anspannung latent vorhanden.

So haben wir uns entschlossen, einen unserer Radio-Redaktor, also einen «Direktbetroffenen», zu bitten, während der Arbeit eine Pulsuhr zu tragen. Würde die Spannung um die Abstimmungsergebnisse die Herzfrequenz des werten Herrn zu einer veritablen Achterbahnfahrt machen? Würde sich die Herz-Kurve am Ende des Tages so verhalten haben, wie ein Cryptowährungs-Kurs zum Jahreswechsel? Das Resultat liess uns staunen.

Die Kurve zeigt: Ein Abstimmungssonntag ersetzt ein leichtes Fitnesstraining.

Wie auf der Grafik zu erkennen ist, stieg die Herzfrequenz unseres Radio-Redaktors in regelmässigen Abständen an. Er arbeitete also sozusagen im Intervall-Trainings-Modus.

Wir erlauben uns, die einzelnen Anstiege auf die jeweils eintreffenden Ergebnisse der verschiedenen Kantone umzumünzen. Deshalb möchten wir allen Kantonen für ihren wertvollen Beitrag an dieses etwas andere Fitnessprogramm danken. «Den ersten Anstieg hat Mitarbeiterin K. B. aus H. zu verantworten! Ich glaube, als sie mich zur Begrüssung umarmt hat, hat die Uhr das erste Mal ausgeschlagen.» Ist notiert!

Nervosität über weite Strecken

Über vier Kilometer lief unser Redaktor während seiner Arbeit (im Medienhaus!).

Wie heisst es im Song von Gerry & The Pacemakers so schön: «You'll never walk alone!» So begleitete das ganze Medienhaus unsere geschätzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Radio und Fernsehen täglich solidarisch durch die spannende und nicht zuletzt auch unsichere Zeit bis zur Abstimmung. Doch am Sonntag konnten auch wir nichts anderes tun, als zusehen, wie ab und zu nervös im Büro umher geschritten wurde – sodass auch die Pulsuhr beim werten Mitarbeiter nach etwas mehr als fünf Stunden über vier Kilometer Laufstrecke aufgezeichnet hatte. Eine beachtliche Distanz, wenn man bedenkt, dass Redaktionstische und Radiostudios in unserem Haus keine 20 Meter voneinander entfernt liegen.

Abstimmung statt Jogging

Unserem Radio-Redaktor ging es an Feierabend trotz körperlicher Anstrengung bestens. Ein Blick auf die Auswertungen zeigen, dass ein Abstimmungssonntag als adäquater Ersatz für eine vollwertige Trainingseinheit wie zum Beispiel Jogging herhalten kann. Froh sind wir jedoch über den Fakt, dass die Pulsuhr den Serotonin-Spiegel des Trägers nicht messen kann, da sie sonst kurz nach Mittag wohl explodiert wäre und es uns somit unmöglich gemacht hätte, das Experiment bis zum Schluss durchzuziehen.

In diesem Sinne freuen wir uns auf die nächsten Abstimmungen und kaufen jetzt Pulsuhren für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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