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Bündner Künstler sprechen Klartext

Bündner Künstler sprechen Klartext

Wie stehen Bündner Musikerinnen und Musiker zur No-Billag-Initiative? Nachdem ein kollektives Schweigen einiger Schweizer Musiker in dieser Debatte für Aufruhr sorgte, haben wir im Kanton Graubünden nachgefragt.

08.11.17 - 04:30 Uhr
Kultur & Musik
Wir haben bei Bündner Musikerinnen und Musikern nachgefragt, wie sie zur No-Billag-Initiative stehen.
YANIK BÜRKLI

Sie prangt auf den Titelseiten der Tagespresse, wird in Internetforen und an Stammtischen gleichermassen heftig diskutiert und sorgt für erhitzte Gemüter: die No-Billag-Initiative. Im öffentlichen Diskurs hinhalten muss vorwiegend die SRG, obwohl auch das Gros der privaten TV- und Radiosender vor dem Ergebnis der Abstimmung am 4. März 2018 zittern (muss).

Im Laufe der Debatte sorgte jüngst ein kollektives Schweigen für Unmut – vor allem bei Mitarbeitenden der SRG: Schweizer Musikerinnen und Musiker scheinen sich bisher öffentlich kaum bis gar nicht zur Debatte zu äussern, geschweige denn der SRG mit einer klaren «Nein»-Parole den Rücken zu stärken. Der Institution, welcher ein Grossteil der Musikschaffenden sowohl Publicity als auch monetäre Entschädigung zu verdanken hat. Nicht nur in Form von Gagen für Auftritte in verschiedenen Formaten der SRG, sondern auch wegen Vergütungen durch die SUISA, welche die Nutzungsrechte aus dem Urheberrecht der Musikschaffenden vertritt und den TV- und Radiostationen jeden gespielten Song im Namen der Künstlerinnen und Künstler in Rechnung stellt.

Faulheit oder Angst?

Mangelt es der Schweizer Musikszene an Solidarität? Bangen Künstlerinnen und Künstler beim Bezug einer klaren Position vielleicht um den Teil der Hörerschaft, welcher bei der Initiative eine andere Meinung vertritt? Oder soll Musik schlicht und einfach Musik bleiben und fernab von politischen Debatten stattfinden?

Als Musik- und Medienschaffender in Graubünden wollte ich wissen, ob sich wirklich die ganze Schweiz in einen Mantel des Schweigens hüllt, oder ob Künstler im Kanton offen zur Initiative Stellung nehmen. Deshalb habe ich in meinem erweiterten Umfeld nach Musikerinnen und Musikern gesucht (Bedingung: SUISA-Mitglied, ergo auf offiziell veröffentlichten Tonträgern zu hören) und sie darum gebeten, ihren Standpunkt in Sachen No-Billag-Initiative zu erläutern.

Bündner Künstler sprechen Klartext!

Von 14 angefragten Musikerinnen und Musikern haben mir zehn innerhalb von einem halben Tag ein Statement zugesichert – oder just im Moment meiner Anfrage selbst in den Sozialen Medien Stellung zum Thema genommen. Die übrigen fünf Künstler haben bis jetzt noch nicht auf meine Anfrage geantwortet.

Hier gehts zu den Statements (anklicken und durchscrollen):

Wie oben ersichtlich, richten sich bisher sämtliche Statements gegen die No-Billag-Initiative. Welchen Standpunkt die Künstlerinnen und Künstler vertreten, die bis jetzt noch nicht geantwortet haben, kann an dieser Stelle nicht eruiert werden. Sollten die betreffenden Personen Ihr Statement noch nachreichen, werden wir diesen Artikel selbstverständlich mit sämtlichen Aussagen anreichern. Die Initiative im Wortlaut sowie weitere Informationen dazu gibt es unter: admin.ch/ch/d/pore/vi/vis454.html.

 

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Dass da einige Künstler zur Nobillag-Initiative doch noch Stellung bezogen habe finde ich Nett. Aber dass man ihnen quasi zuerst in den Allerwertesten treten muss bevor sie das tun, finde ich arg bedenklich!

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