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Liebe Glarner, ihr seid Teufelskerle!

Liebe Glarner, ihr seid Teufelskerle!

Wer denkt, Bündner seien hart im Nehmen, hat noch nie einen Glarner getroffen. Unser Onliner Claudio Candinas über die Wetterfestigkeit der Kantonsnachbarn.

Claudio
Candinas
24.08.18 - 04:30 Uhr
Kultur & Musik
Ausgelassene Stimmung trotz Regenwetter. Das ist Glarus.
SASI SUBRAMANIAM

Liebe Glarnerinnen und Glarner, ich komme nicht drum herum, Euch abermals ein grosses Kompliment auszusprechen – und das schlappe dreieinhalb Monate seit meinem letzten Besuch bei Euch. Dabei wollte ich eigentlich keine Vorschusslorbeeren verteilen, zumal ich mir sicher bin, dass am diesjährigen «Sound of Glarus» noch einige Highlights auf mich warten.

Doch am Donnerstag, dem 23. August 2018, sollte mein Vorhaben bereits verpuffen, respektive von einem Spätsommer-Regenschauer weggespült werden. Denn Ihr, liebe Nachbarn, habt mir heute bewiesen, dass Ihr Feste so feiert, wie der Regen fällt. Trotz gefühlten achtzehn Litern pro Quadratzentimeter steht Ihr vor der Bühne, lauscht dem Konzert des Luzerner Sängers Kunz – singt lauthals mit und tanzt mit dem Regen. Was sind schon ein paar Millionen Tropfen auf den warmen Asphalt gegen tausende, im Takt der Musik pochende Glarner Herzen?

Und auch für die Kulinarik verzieht Ihr Euch nicht irgendwo unter ein Vordach, sondern geniesst Euer Essen vom Stand im Stehen. Das bisschen Wasser-Marinade tut dem Genuss schliesslich keinen Abbruch. Gestärkt und unfreiwillig abermals geduscht empfangt Ihr die legendären Rocker von Gotthard mit frenetischem Applaus, singt auch hier die Texte mit und lasst Euch von Petrus' schlechter Laune nicht den Abend verderben. Und das an einem Donnerstag!

Ja, da staunt der Bündner! So sitze ich nun hier, kurz vor Mitternacht, im Glarner Medienhaus. Meine Kolleginnen und Kollegen arbeiten seelenruhig aber emsig an der morgigen Printausgabe der «Südostschweiz». Und von Regenwetter-Laune auch hier auf der Redaktion keine Spur. Ich weiss bis heute nicht, ob es am Ziger liegt, oder ob bei Euch irgendetwas ins Trinkwasser gemischt wird. Doch bevor ich hier in Gedanken versinke und beginne, mir abermals eine Glarner Bürgerschaft zu wünschen, schliesse ich diesen Artikel hier und gehe die nächsten Tage mit Euch raus in den Regen. Vielleicht färbt ja etwas von Eurer Art aufs Bündner Gemüt ab ...

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