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Niederländischer Historiker findet Comic über Nazi-Gräuel

Niederländischer Historiker findet Comic über Nazi-Gräuel

Ein niederländischer Historiker hat den möglicherweise ältesten Comic über Gräueltaten der deutschen Nazis in Konzentrationslagern entdeckt.

Agentur
sda
11.11.21 - 17:42 Uhr
Kultur & Musik
HANDOUT - Ein Auszug aus dem US-Comic «Nazi Death Parade» (Nazi Todes Parade) von 1944, dem vermutlich ältesten Comic über Gräueltaten der deutschen Nazis in Konzentrationslagern (undatierte Aufnahme). Die Zeichnungen beruhen auf Berichten von…
HANDOUT - Ein Auszug aus dem US-Comic «Nazi Death Parade» (Nazi Todes Parade) von 1944, dem vermutlich ältesten Comic über Gräueltaten der deutschen Nazis in Konzentrationslagern (undatierte Aufnahme). Die Zeichnungen beruhen auf Berichten von…
Keystone/Institut zur Erforschung von Krieg, Holocaust und Völkermord

Der US-Comic «Nazi Death Parade» (Nazi Todes Parade) zeigte bereits 1944 eine realistische Darstellung des Massenmordes in Gaskammern.

Die Zeichnungen beruhten auf Berichten von Augenzeugen, sagte Professor Kees Ribbens vom niederländischen Institut zur Erforschung von Krieg, Holocaust und Völkermord am Donnerstag in Amsterdam der Deutschen Presse-Agentur. Ribbens hatte die Zeichnungen bei einem Internet-Händler in den USA entdeckt und hat dazu jetzt eine Untersuchung veröffentlicht.

Die sechs Zeichnungen stammen vom US-Zeichner August Maria Froehlich, der selbst aus Österreich emigriert war. Er zeichnete den Transport von Menschen in Viehwaggons, die Ermordung in Gaskammern, die als Duschen getarnt waren, und auch die Verbrennung der Leichen in Öfen. Möglicherweise hatte Froehlich Aussagen von sowjetischen Soldaten nach der Befreiung des Vernichtungslagers Majdanek gelesen.

Der Comic war Teil einer politischen Kampfschrift gegen das NS-Regime. Die Herausgeber wollten die öffentliche Meinung beeinflussen, sagt der Historiker. «Wenn Worte nicht durchdringen, dann sollten es die Bilder tun.» Der Zeichner stellte die Opfer aber nicht als Juden dar. Möglicherweise wollte man damals antisemitische Reaktionen verhindern, vermutet der Historiker.

Zwar gab es während des Zweiten Weltkrieges im Ausland Berichte über die Judenverfolgung durch Deutschland. Doch Berichten vom Völkermord wurde vielfach nicht geglaubt. Erst am Ende des Krieges drang die entsetzliche Wirklichkeit langsam durch.

In den 1940er Jahren waren zwar auch bereits in Comics Konzentrationslager und sadistische Nazis abgebildet worden. Doch dem Wissenschaftler zufolge waren diese klischeehaft und zeigten auch nicht die systematische Juden-Vernichtung. Erst Jahre später sollte der Holocaust in Comics realistisch thematisiert werden. Massgeblich ist dabei ab den 1980er Jahren das Werk des US-Künstlers Art Spiegelman, dem Autor von «Maus».

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