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Was lässt die LMS AG vom Stapel?

Was lässt die LMS AG vom Stapel?

Bekanntlich braucht es 20 Jahre, um einen guten Ruf aufzubauen. In weniger als fünf Minuten kann der gute Ruf, das Vertrauen ruinieren. Es scheint so, als Corona das 30-köpfige LMS AG unterbeschäftigt liess, so dass man sich auf Nonsens einlässt um an der Marke Lenzerheide zu basteln.
Der Arbeitseifer der lokalen Marketern scheint kaum Grenzen zu kennen. Im Eiltempo wurde eine wahnwitzige Bike-Monarchie erstellt, deren Brand an der Dachmarke Lenzerheide vorbeischiesst. Doch vermeintlich royale Coolness – so scheint es – geht am Berg vor. Während Arosa darauf bedacht ist, die Vielfalt an Veranstaltungen zu pflegen und dabei die Marke Arosa konsequent einbezieht, kanns die LMS AG nur eingeschränkt: Bike. Bike Kingdom Feast, Bike Kingdom Test Ride, Bike Kingdom Opening – und nirgends findet der Gast die Marke Lenzerheide im Namen.
Die Verantwortlichen werden nicht müde, zu betonen, wie wichtig Ihnen «das Zusammenspiel der Spitzenleistungen unserer starken Leistungsträger» sei. Doch welche Leistungsträger meint die LMS AG? Unter anderem liefert die regionale Wirtschaft für den gelebten Marketingzauber jährlich über vier Millionen Franken Tourismusförderbeiträge. Doch an den Events haben diese «starken Leistungsträger» nicht zu suchen. Beispiel gefällig? Beim Bike Kingdom Test Ride schliesst die LMS AG das örtliche Gewerbe komplett aus – selbstverständlich mit Ausnahme der LBB, denn schliesslich ist die LBB AG Grossaktionär der LMS AG. Orientierung, Vertrauen und Identifikation sollen mit dem Neuauftritt geschaffen werden. Das pure Gegenteil herrscht offensichtlich bei der Vermarktungsorganisation. Und dafür erhalten die Verantwortlichen offensichtlich einen Persilschein von der lokalen Politik. Andernfalls wäre die lokale Wirtschaft an den Events gern gesehene Gäste.
Eigenartig ist auch das Wording des Marken-Rebranding: Sämtliche Lenzerheide-Slogans sind auf Englisch, obwohl die Mehrheit der Feriengäste aus der Schweiz stammen. Was will man damit signalisieren? Möchte die LMS AG keine Familien am Berg, weil diese beim Wandern die Biker stören? Oder könnte es eine Charmeoffensive an alle Senioren sein, dem Ort fernzubleiben? Schliesslich würden Senioren an Rollatoren merklich dem Coolness-Status der Biker stören – und wer will sich schon fremdschämen für solch ein finanzkräftiges Klientel? Liebe LMS AG, meines Erachtens macht ihr seit Jahren einen unglaublichen Job. Aktuell übertrefft ihr jedoch alles Dagewesene.

Jürg Maissen
20.10.21 - 10:12 Uhr
Leserbrief
Ort:
Lenzerheide

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Herr Maissen, das hät was! Wenn ich mit meinen Heidner-Bekannten spreche, höre ich auch ähnliche Dinge. Die lokale Wirtschaft ist zum Zahlen willkommen. Wenn es um LBB/LMS-Aufträge geht, wurden in der Vergangenheit vielfach auswärtige Firmen beigezogen. Auch das Thema Gästekarte ist ein Trauerspiel sondergleichen. Wie ich informiert wurde, ist man nun schon seit Jahren daran, so eine Gästekarte auf die Beine zu stellen. Doch da kommt nichts. Lieber entwickelt man mit allen Personaleinheiten für die profitierende LBB das "Bike Kingdom". Die LMS streicht - wie Sie auch ausgeführt haben - immer die Zusammenarbeit mit den lokalen Leistungsträgern heraus. Diese lässt jedoch eher zu wünschen übrig. Es wird einfach von oben herab diktiert, wie es in Zukunft zu gehen hat. Friss oder stirb. Ich staune auch, dass die Gemeinde als Hauptaktionärin nie eingeschritten ist. Fakt ist leider, dass sie dies jedoch schlicht weg nicht will. Wenn man sich bei der Gemeinde über die LMS beschwert, wird abgewiegelt und man wird an die LMS verwiesen. So nach dem Motto: LMS? Geht uns nichts an!