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Bündner Sprachenstreit auf der Zielgeraden

Bündner Sprachenstreit auf der Zielgeraden

In einem Monat kommt die Fremdspracheninitiative vors Bündner Volk. Damit ist ein grosses Anliegen der Befürworter bereits erfüllt, die vor der Abstimmung nochmals ihre Argumente vorbrachten.

Stefanie
Studer
24.08.18 - 15:16 Uhr
Politik
Für Nicole Saager, Jöri Luzi, Marianne Manzanell und Ludwig Waidacher (von links) ist ein Ziel der Initiative bereits erreicht.
THEO GSTÖHL

Am 23. September, fünf Jahre nach der Einreichung, stimmt Graubünden über die Fremdspracheninitiative ab. Diese will, dass der Sprachenunterricht auf der Primarstufe auf nur noch eine Fremdsprache reduziert wird.

An einer Medienorientierung hat das Pro-Komitee am Freitag auf der Churer Quaderwiese seine Argumente erläutert – und seinem Unmut über das jetzige System nochmals Luft gemacht. Jöri Luzi, Initiant und Lehrer, zeigte sich erfreut, dass nun das Volk über die Sprachenfrage abstimmen könne. «So gesehen haben wir unser grosses Ziel eigentlich schon erreicht», sagte der Klosterser. «Den Weg dahin hat man uns wahrlich nicht leicht gemacht. Unsere Regierung und der Grosse Rat haben uns jeden nur möglichen ‘Prügel’ in den Weg gelegt, um unser Ziel zu zerstören.»

Mehrheit werde zur Minderheit

Der Ort der Medienorientierung – ein kleines Freiluft-Klassenzimmer mit zwei Schulpulten und einer Bündner Landkarte neben der Quaderwiese – war nicht zufällig gewählt, wie BDP-Grossrat Andy Kollegger erklärte. Nebenan befinde sich das Schulhaus Quader und es werde gebaut. «Das Bildungswesen ist eine Baustelle», so Kollegger.

Die Sicht der Kinder ist eines der Hauptargumente, welches die Befürworter im Abstimmungskampf verwenden. Nicole Saager, Logopädin und Mutter, erzählte, wie sie selbst erfahren habe, wie gross der Druck beim Erlernen einer Fremdsprache mit dem jetzigen System sei. Marianne Manzanell betonte, wie wichtig die Kompetenzen in den anderen Fächern – etwa den Mint-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – seien. Die unternehmerische Sicht vertrat auch Ludwig Waidacher, FDP-Grossrat und Unternehmer. «Da in den umliegenden Kantonen Englisch als erste Fremdsprache gelehrt wird, drängt sich diese Sprache auf.»

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