×

Ein Lehrlingshaus für Flüchtlinge

Ein Lehrlingshaus für Flüchtlinge

Die Zahl der Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen in einer Lehre steigt stetig. Um ihre Betreuung zu verbessern, schafft der Kanton ein neues Angebot.

Stefanie
Studer
02.08.19 - 10:30 Uhr
Politik
Im Erstaufnahmezentrum an der Schönbühlstrasse soll ein Lehrlingshaus für Flüchtlinge entstehen.
ARCHIV

Waren es vor fünf Jahren noch Einzelne, sind es mittlerweile über 100. Die Anzahl der anerkannten Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen in einer Lehre ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Etwa 85 Personen beginnen heuer mit dem ersten Lehrjahr, rund 50 mit dem zweiten oder dritten Lehrjahr.

«Wir haben immer mehr Lehrlinge. Dadurch wird die Betreuung durch die Abteilung Asyl und Rückkehr und durch die Fachstelle Integration Graubünden immer aufwendiger», sagt Marcel Suter, Leiter des kantonalen Amts für Migration und Zivilrecht. «Wir haben uns deshalb entschieden, im Erstaufnahmezentrum Foral 2 ein Lehrlingshaus zu eröffnen. Die Bewohner sollen dadurch besser betreut werden können, etwa mit einer Aufgabenhilfe. Aber auch vom Austausch untereinander sollen sie profitieren.»

Die Eröffnung des neuen Angebots ist laut Suter noch in diesem Monat geplant. Wie viele Lernende im Aufnahmezentrum beherbergt und betreut werden sollen, ist noch offen. «Wir werden aber sicherlich nicht für alle Platz haben», meint Suter. Hauptkriterium für die Aufnahme sei die Distanz zum Lehrbetrieb. «Die Anreise soll nicht länger als 50 Minuten dauern.»

Ursprünglich hatte der Kanton vorgesehen, erst im geplanten Erstaufnahmezentrum Meiersboden einen Bereich für Lernende mit Asylhintergrund und Aufenthaltsstatus zu eröffnen. Da sich der Bau wegen des Bundesgerichtsverfahrens aber verzögert hat, soll nun bereits im Mietobjekt an der Churer Schönbühlstrasse ein temporäres Lehrlingsangebot entstehen. «Im Foral 2 verfügen wir aufgrund der momentanen Auslastung über genügend Platz», sagt Suter.

Überzeugungsarbeit trägt Früchte

Dass die Anzahl der Lernenden steigt, hat mehrere Gründe. Einerseits sind viele der Personen, die während der grossen Flüchtlingswelle um das Jahr 2015 eingereist waren, mittlerweile bereit für eine berufliche Grundbildung. Sie haben schulische Lücken aufgefüllt und das sprachliche Niveau erreicht. Andererseits fruchtet die Überzeugungsarbeit der Fachstelle Integration Graubünden. «Die Lehre ist für viele ein Ziel. Das war früher nicht so», sagt Fachstellenleiterin Patricia Ganter.

Kommentieren

Kommentar senden

Ja ich finde das eigentlich gut aber ich nehme an der Steuerzahler wird wieder zur Kasse gebeten. Warum kann die Integration nicht im bereits bestehenden Lehrlingsheim vollzogen werden? Und wie teuer wird das?