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Zwei Bündner Lichtblicke

Zwei Bündner Lichtblicke

Reto
Furter
22.12.20 - 04:30 Uhr
Politik
Kommentar
An der gestrigen Medienkonferenz informierten unter anderem die Regierungsräte Peter Peyer und Marcus Caduff über die neusten Corona-Beschlüsse. Hier ein Bild einer etwas älteren Pressekonferenz.
OLIVIA AEBLI-ITEM

Die Bündner Skigebiete bleiben vorerst offen, und die Impfungen beginnen früher als bisher kommuniziert. Das sind die beiden wichtigsten Aussagen an der gestrigen Medienkonferenz der Bündner Regierung. Für Überraschung sorgen beide nicht. Graubünden ist wesentlich stärker auf den Wintertourismus angewiesen als andere Kantone, welche in den letzten Tagen die Schliessung sämtlicher Anlagen auf ihren Gebieten kommuniziert und dabei mit dem Zeigefinger moralisiert haben.

Ob es allerdings reicht, die Zahl der verkauften Tageskarten einzuschränken und gefährliche Pisten zu schliessen, um keine Unfälle zu riskieren, wird sich zeigen. Und wie die Behörden sicherstellen wollen, dass in den Skigebieten kein Alkohol konsumiert wird, ebenfalls. Dennoch ist der Bündner Entscheid, kurz vor Beginn der existenziellen Wintersaison, der richtige Entscheid: Es ist den Versuch wert, am Wintertourismus hängt im Kanton die Wirtschaft und damit letztlich auch alle, die hier leben. Abhängig ist der Versuch davon, dass die Covid-19-Fallzahlen im Kanton stabil bleiben und die Betreuung der Intensivbetten sichergestellt werden kann.

Keine Überraschung ist auch die Ankündigung von Gesundheitsminister Peter Peyer, dass ab 4. Januar geimpft wird im Kanton. Den Ton angegeben haben die Nachbarländer einerseits, welche den Nutzen der Impfung höher gewichten als deren mögliche Risiken, und teils bereits mit Impfen begonnen haben. Und anderseits hat der Druck andere Kantone gewirkt, die glücklicherweise ebenfalls ein deutlich forscheres Tempo an den Tag legen als Graubünden.

Daran, dass uns schwierige Monate bevorstehen, die für sehr viel persönliches Leid sorgen werden, ändern die angekündigten Impfungen leider noch nichts. Aber sie sind das langersehnte Zeichen, worauf viele warten. Es scheint, als erhalte Weihnachten derzeit grad eine neue Bedeutung.

Kontaktieren Sie unseren Autor: reto.furter@somedia.ch.

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Sehr geehrter Herr Furter, Sie schreiben: «am Wintertourismus hängt im Kanton die Wirtschaft und damit letztlich auch alle, die hier leben» (Verhungern ohne Wintertourismus?) offensichtlich in dem Sinne, dass die Wirtschaft die oberste Instanz, quasi gottgegeben ist, man gegebenenfalls bzw. im Zweifelsfall zu Kompromissen bereit sein müsse.
Bitte darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich das falsche Hierarchie, zu kurz gedacht finde, 1) dass wer weiter bzw. zu Ende denkt nur zur Investition in den Gesundheitstourismus, volles Rohr, kommen kann, denn «Ohne Gesundheit ist alles nichts», das ultimative Essential; 2) dass das gegenwärtige Geld-/Wirtschaftssystem willkürlich bzw. man-made ist, während aber nur eines zählt: Naturgesetze, Gesundheit.
Dass beim immer öfter zutage tretenden Zielkonflikt Wirtschaft versus Naturgesetze einzig letzteres zählt, zeigt der Tweet des Tages 17.7.2020: «Wir müssen unseren Planeten zerstören, um unser Wirtschaftssystem und unseren Lebensstil zu erhalten. Was ist daran so schwer zu verstehen, bitte? Meine Güte.» und offenbart die Tatsache, dass es neben dem Klima viele weitere für uns lebensbedrohliche Entwicklungen gibt, die wir einfach nicht übersehen können, wenn wir noch bei Verstand statt mit dem Kopf im Sand hinter dem Mond gerade aus dem Ei geschlüpft sind.
Gemäss Logik – sorry, anders lässt es sich offenbar nicht erklären – ist unser «System» derart krank und krankmachend (pathogen), dass wer dies nicht erkennt und kurieren möchte, selbst krank sein müsste per Definition.
Wir zahlen mehr an (unnötigen) Steuern an die Reichen als an (nötigen) Steuern an den Staat (vergleiche Ameisen-/Bienenstaat). Die Ungleichheit heute ist grösser als vor der Französischen Revolution.
https://www.youtube.com/watch?v=q0IUl2UMwt4
https://www.youtube.com/watch?v=LmI7Kt1ad9o
https://www.youtube.com/watch?v=CiszT8Xno9Q
https://www.youtube.com/watch?v=mlPzDK31saE
Wir müssen eh Systemwechsel vollziehen, wozu also jetzt noch kostbarste Zeit verlieren? Bis das Volk und die Klimaschüler (hatten Letztere es nicht ultraeilig?) sich zur nötigen Gesundungstherapie – in einem Kurhaus in Graubünden im Eden-Tal? – endlich entschliessen dürften, dürfte es zu spät sein bei deren Tempo; hier trifft das zu, finde ich, was Andrea Masüger (wie ich finde damals unzutreffenderweise über die Gegner der GR-Winterolympiade) schrieb: «ewige Zauderer und dauernd Verzagte».
Sind Antizipation und Antizyklik nicht die unternehmerischen und vor allem staatsbürgerlichen Königsdisziplinen?
https://www.welt.de/print-wams/article107637/Antizyklik-macht-reich.html
Wieso geht Graubünden dann nicht voran mit Systemwechsel und Gesundheitstourismus auch für Einheimische? Meine exquisite «Future Blossom Boost Consulting Group» würde Sie sogar gratis beraten.
Siehe meinen Kommentar:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2020-12-21/gesundheitstourism…

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