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Bündner demonstrieren virtuell gegen die Demonstranten

Bündner demonstrieren virtuell gegen die Demonstranten

In den sozialen Medien wird gegen Corona-Demonstrationen demonstriert. Auch Bündner Politiker und Musiker machen bei der Hashtag-Aktion #noliestal mit.

Anna
Panier
vor 5 Monaten in
Politik
Stiller Protest Demo Demonstration Kundgebung Corona Coronavirus Pandemie Covid 10 Quaderwiese Chur
Auch in Chur wurde anfangs März gegen die Anordnungen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie demonstriert. Hier ein Bild von der Quaderwiese.
STADTPOLIZEI CHUR

Jeweils samstags haben in den vergangenen Wochen unter anderem in Chur, Wohlen und Liestal jeweils mehrere tausend Personen gegen die Corona-Massnahmenpolitik demonstriert. Viele der Demonstrierenden trugen weder Masken noch hielten sie Abstand. Gegenüber diesem Verhalten wurde in den letzten Tagen vermehrt Kritik geübt.

In den sozialen Medien wurde nun sogar eine virtuelle Gegendemonstration gestartet. Unter dem Hashtag #noliestal setzen sich verschiedene Personen dafür ein, die Corona-Massnahmen zu beachten. Personen, die hinter den Corona-Massnahmen stehen, und sich für deren Einhaltung einsetzen, posten Bilder, versehen mit dem Hashtag #noliestal.

Wellen geschlagen ...

Die Aktion ins Leben gerufen hat Nils Althaus. Der Berner Schauspieler verkündete am Donnerstag auf seinem Twitter-Account, er wolle für frühe und wirksame Massnahmen, für Masken und gegen weitere Wellen sowie gegen die Rücksichtslosigkeit von Liestal demonstrieren, und das ohne andere anzustecken. Unterstützt wurde Althaus bei seinem Vorhaben von der SP-Politikerin Lea Kusano. Gemeinsam riefen sie am Donnerstag zur virtuellen Gegendemonstration auf.

... auch in Graubünden

Unter den Beiträgen in den sozialen Medien sind auch einige bekannte Bündner Gesichter zu finden. So schreibt etwa Nationalrat Jon Pult von der SP Graubünden auf Twitter: «Um 16.45 Uhr ist der Tweet schon ein wenig wie die alte Fasnacht. Doch die Botschaft bleibt wichtig. Nur Vernunft und Solidarität bringen uns durch diese Krise #noliestal». In der Kommentarspalte erntet der Bündner Politiker viel Zustimmung.

Und auch der Bündner Musiker Reto Kaufmann, Frontman der Band Kaufmann, hält auf Instagram ein Blatt in die Kamera mit der Aufschrift #noliestal. Er sagt dazu: «Mit dem Post geht es mir nicht darum, anders Denkende in eine Schublade zu packen und alle als Verschwörungstheoretikerinnen und Verschwörungstheoretiker zu bezeichnen, welche an solchen Demos teilnehmen.» Er habe schlicht einfach kein Verständnis für solche Aktionen.

Zudem habe Kaufmann für sich selber feststellen müssen, dass es aktuell enorm schwierig oder gar nicht erst möglich sei, mit Menschen zu diskutieren, welche eine andere Meinung vertreten. «Informationen fliessen auf allen Kanälen, der Algorithmus von Social Media spaltet unsere Gesellschaft.» Fake News und auch Verschwörungstheorien verbreiteten sich wie Lauffeuer, erklärt der Musiker.

Jeder scheine zu wissen und davon überzeugt zu sein, was die Wahrheit sei. «Und die Wahrheiten, welche auf solchen Demos ‹offenbart› werden, erscheinen mir oft als zu einfach und teilweise absurd», sagt Kaufmann auf Anfrage und stellt klar: «Fakt ist, die Pandemie existiert und wir benötigen Massnahmen, um diese Pandemie zu stoppen.»

Verständnis für Frust

Er selbst ist als Musiker auch von der Krise betroffen. Seit über einem Jahr spiele er keine Konzerte mehr und versuche sich bestmöglich an die Massnahmen zu halten, damit ein normales Leben wieder möglich werde. «Klar, die Einschränkungen nagen auch an mir, die psychische Belastung ist enorm, daher verstehe ich den Frust der Menschen absolut. Ich glaube aber nicht, dass es die Lösung ist, ohne Maske zusammen mit tausenden von Menschen zu demonstrieren. Eher im Gegenteil, solche Aktionen führen dazu, dass wir noch länger im Lockdown bleiben müssen», so Kaufmann.

Mit dieser Meinung steht Kaufmann nicht alleine da. Allein auf Twitter waren am Freitag rund 30'000 Beiträge unter dem Hashtag zu finden, auf Instagram findet man über 700 Bilder mit dem Hashtag #noliestal.

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Ich habe ein gewisses Verständnis für viele Massnahmen, doch viele Massnahmen scheinen nach aktuellem Stand doch reine Schikane, so beispielsweise Masken draussen. Mir ist unter auch nicht bekannt, dass es nach einer dieser Demos zu einem lokalen Anstieg von Fallzahlen gekommen ist. Genau so lächerlich wie Qanon und Co finde ich diese Extremisten, die in religiösem, fanatischem Wahn jegliche Lebensfreude verbieten wollen und uns einsam und gesund sterben lassen wollen.

Man kann die SP und die Grünen auch als
Corona Fanatiker bezeichnen, genau so wie man die Gegner der Covid-19 Massnahmen als Leugner bezeichnet.
Die Zukunft und die Aufarbeitung der sogenannten Pandemie wird zeigen
wer und ob oder sogar was Richtig gewesen wäre.

Die schweigende Mehrheit? Ja stimmt, aber die Mehrheit sind Massnahmekritiker und nicht die Lockdownverharmloser, die Kollateralschäden sind verheerend. Wenn 10‘000 nach Basel reisen und auf die Strasse gehen ist das als würden weit über mehrere 100‘000 bei NoLiestal bequem online mitmachen, aber merken sie es? Nichtmal einen Twitteraccount zu eröffnen in einer Minute. Wärend andere die Mühe eines Tagesausfluges mit Diffarmierung auf sich nehmen. Sie werden auch bald merken wer die KLARE Mehrheit ist. Nicht die Antidemokraten

Diese Coronabefürworter und Massnahmeverhamloser kann man nicht ernst nehmen. Niemand von euch würde sich die Mühe machen zu helfen. Es war schon bei Mutter Theresa so, sie ging nie auf eine Anti-Kriegs Demo, dafür bestimmt auf eine Friedensdemo. Sich gegen etwas zu stellen ist kindisch und kontraproduktiv, es zeugt nur von nichtdenken und Ignoranz. Keine eigene Meinung und keine eigene Ideen. Grundrechteleugner

Frau Caviezel

Sie haben recht! Die Covid Antimassnahmen-Demos ins Chur, Liestal, etc. waren absolut unverhältnismässig und brandgefährlich. Mutter Teresa wäre bestimmt nicht dabei gewesen, sie hätte Patienten auf der Intensivstation gepflegt und den Sterbenden Trost gespendet!

Da gebe ich ihnen vollkommen recht, diese Massnahmebefürworter wissen nicht was sie tun und laufen der Masse nach. Sehr gefährliche Züge, weil man nicht selber recherchieren kann, sich einfach leiten lassen, ouch, so weit sind wir.. braucht wohl noch ein Weilchen bis es der hinterletzte unaufgeklärte dann auch irgendwann schnallt. Ja es ist so einfach und bequem sich hinter anderen zu verstecken (die haben ja gesagt..die haben ja gemacht..)

Sehr gut geschrieben Frau Caviezel. Diese Anti-Demonstrationsgegner wissen wirklich nicht was ihnen geschieht. Die friedlichen Demonstranten haben ein Ziel, Freiheit. Und die Anti-Demonstranten haben es anscheinend langweilig zuhause und bringen nichts selber auf die Beine. Immer nur andere runtermachen. Lächerlich. #moreLiestal

Super Frau Caviezel! Wer braucht Menschen die Gegen freidliche Demonstranten sind, unglaublich was sich manche Menschen einbilden aus purem nichtsnutz, setzt euch ein, packt an und hilft mit etwas gutes zu erschaffen. Nicht gegen andere Kraft und Zeit verschwenden, das ist Hass und destruktiv

Wie immer Nur die Meinung iresgleichen ist richtig.Leider können Sie andrsdenkende nicht akzeptieren und das ist schade. Alle wollen auds der Pademie jedoch solange viele machen was sie wollen wird es noch lange dazern bis es wieder mal etwas normale zeiten gibt

Die Kundgebung "NOLIESTAL" war notwendig. Es ist Zeit, dass die schweigende Mehrheit sich äussern kann. Leider können Menschen ohne Twitter-Account nicht am Protest teilnehmen und das ist schade!

Die schweigende Mehrheit? Ja stimmt, aber die Mehrheit sind Massnahmekritiker und nicht die Lockdownverharmloser, die Kollateralschäden sind verheerend. Wenn 10‘000 nach Basel reisen und auf die Strasse gehen ist das als würden weit über mehrere 100‘000 bei NoLiestal bequem online mitmachen, aber merken sie es? Nichtmal fähig einen Twitteraccount zu eröffnen in einer Minute. Wärend andere die Mühe eines Tagesausfluges mit Diffarmierung auf sich nehmen. Sie werden auch bald merken wer die KLARE Mehrheit ist. Nicht die Antidemokraten

Frau Zogg sie haben wohl etwas falsch Verstanden. Frau Caviezel bezeichnet diese noLiestal-Bewegung als Lockdown- und MassnahmeVERHARMOLSER. Die zerstören die Wirtschaft, das Gesundheitssystem und machen die Menschen erst richtig Krank

Leider ist es mit der Vernunft und Eigenverantwortung bei zu vielen nicht weit her. Und genau da muss nachjustiert werden. Und das geht wohl nur durch Verbote. Schade, selbst ins Bein geschossen und bewusst so herbeigeführt.

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