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Cavendish stellt Rekord von Merckx ein

Cavendish stellt Rekord von Merckx ein

Mark Cavendish schreibt die Geschichte der Tour de France um. Der Brite gewinnt in Carcassonne seine 34. Etappe und holt nach 46 Jahren den bisherigen Rekordhalter Eddy Merckx ein.

Agentur
sda
vor 2 Monaten in
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Mark Cavendish hat gut lachen. Der Brite hat sich mit seinem 34. Etappensieg an der Tour de France zur Legende gemacht
Mark Cavendish hat gut lachen. Der Brite hat sich mit seinem 34. Etappensieg an der Tour de France zur Legende gemacht
KEYSTONE/AP/Daniel Cole

Den Vergleich mit der heute 76-jährigen Radsportlegende Eddy Merckx hält Cavendish für unangebracht. «Ich denke nicht, dass ich je auf einer Stufe mit Merckx sein werde. Er ist der Grösste», sagte der 36-jährige Brite nach seinem vierten Tagessieg bei der 108. Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt.

Zumindest einen der Rekorde von Merckx hat Cavendish aber egalisiert, den der meisten Etappensiege beim wichtigsten Radrennen der Welt. Auf den Tag genau 13 Jahre nach seinem ersten Erfolg war der 36-Jährige auf dem 13. Teilstück von Nîmes nach Carcassonne erneut nicht zu schlagen. Vier Massensprints gab es an dieser Tour bisher, viermal hiess der Sieger Cavendish.

Das hatten vor zwei Wochen selbst die optimistischsten Fans von Cavendish nicht für möglich gehalten. Denn fünf Jahre lang musste der Routinier fast nur Rückschläge hinnehmen. Die Karriere des Weltmeisters von 2011 schien gelaufen. Doch Cavendish belehrte in diesem Frühjahr alle eines Besseren. Er begann wieder zu siegen und rutschte im letzten Moment noch in das Tour-Aufgebot von Deceuninck-QuickStep. Und nun dominiert er die Sprints wie in seinen jungen Jahren.

Diesmal ein knapper Sieg

Wobei das Wort Dominanz für seinen Sieg in Carcassonne nicht unbedingt gilt. Nach einer chaotischen Etappe mit einem Massensturz, Hitze und Windkanten im Finale wuchtete er sein Rad nur ganz knapp vor seinem Anfahrer Michael Mörköv und dem Etappendritten Jasper Philipsen aus Belgien über die Ziellinie.

«Es ist Geschichte. Man kann sagen, dass Mark der beste Sprinter in der Geschichte des Radsports ist», sagte Mörköv über seinen Teamkollegen. Und Cavendish, der konnte das irgendwie noch nicht einordnen. «Das war mein erster Versuch auf die 34. Ich kann das nicht glauben», sagte der neue Rekordsieger nach seinem neusten Coup.

Spätestens zum Abschluss der Tour auf den Champs-Elysées winkt Cavendish gar der alleinige Rekord. Dass er seine prestigeträchtige Bestmarke verlieren könnte, lässt Merckx zumindest gegen aussen kalt. «Ich werde deshalb keinen Schlaf verlieren. Wenn er es schafft, gratuliere ich, denn es ist nicht einfach, 34 Sprints zu gewinnen», betonte Merckx, der seine Siege zwischen 1969 und 1975 eingefahren hatte, in einem Interview mit der italienischen Zeitung «Gazzetta dello Sport».

Küng mit Glück bei Sturz

Es sei eine der schwierigsten Frankreich-Rundfahrten, so Michael Schär vor der Etappe im Interview mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Der Schweizer sprach damit unter anderem die vielen Aufgaben von Fahrern in Folge von Stürzen an. Auch auf dem Weg nach Carcassonne ereignete sich wieder ein Massensturz.

Mehrere Fahrer stürzten eine Böschung hinunter. Auch Stefan Küng, der Vierte des Vortages, war in den Zwischenfall involviert. Im Gegensatz zu vier Fahrern, die das Rennen aufgeben mussten, kam Küng aber glücklicherweise glimpflich davon.

Pogacar ohne Probleme

Vorjahressieger und Leader Tadej Pogacar erreichte das Ziel mit der Spitze und bekundete keine Probleme, sein Leadertrikot zu verteidigen. Der Slowene führt weiterhin mit mehr als fünf Minuten Vorsprung auf den Kolumbianer Rigoberto Uran und den Dänen Jonas Vingegaard.

In den kommenden Tagen dürfte Pogacar wieder stärker gefordert sein. Denn nach den eher flacheren Teilstücken nimmt das Feld nun Kurs auf die Pyrenäen. Am Samstag steht von Carcassonne nach Quillan aber vorerst noch eine mittelschwere Etappe mit fünf Bergpreisen, allerdings keinem der höchsten beiden Kategorien, im Programm.

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