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Der RhB fehlen die Pendler

Der RhB fehlen die Pendler

Homeoffice, Sperrstunde und Maskenpflicht: Aktuelle Umstände der zweiten Corona-Welle, die auch die Zahlen der Rhätischen Bahn beeinflussen. Zurzeit sind rund 40 Prozent weniger Passagiere als zur gleichen Zeit im Vorjahr unterwegs.

Corinne
Raguth Tscharner
12.11.20 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
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Im Frühling war der Bahnhof in Chur aufgrund der Massahmen zur Bekämpfung des Coronavirus fast menschenleer. Auch zurzeit sind weniger Pendler unterwegs als üblich.
OLIVIA AEBLI-ITEM

Seit rund zwei Wochen arbeiten viele Bündner wieder im Homeoffice. Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hatte der Bundesrat Ende Oktober die Bevölkerung dazu aufgerufen, die Arbeit, wenn immer möglich, von zu Hause aus zu erledigen. Die Folge: In Graubünden sind weniger Pendler mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Dies trifft auch die Rhätische Bahn (RhB).

«Die Passagierfrequenzen der Rhätischen Bahn sind seit dem Aufruf im Vergleich zum selben Monat im vergangenen Jahr auf etwa 60 Prozent gesunken», drückt der Direktor der RhB, Renato Fasciati, den Passagierrückgang gegenüber Radio Südostschweiz in Zahlen aus. Während die Züge zur Zeit des Lockdowns im Frühling beinahe leer unterwegs waren, hatte sich die Situation laut Fasciati im Sommer etwas erholt. Nun also wieder der Einbruch. «Wobei der Rückgang bei den Pendlerzügen, die von Schülern genutzt werden, nur etwa bei 30 Prozent liegt.»

Weniger Abos verkauft

Die aktuelle Coronasituation mache sich auch bei den Verkäufen von Abonnements bemerkbar, wenn auch in geringerem Ausmass, so der RhB-Direktor weiter. Rund sechs Prozent weniger nationale Generalabonnements werden verkauft. Beim BüGA, dem Bündner Generalabonnement, liegt der Rückgang geschätzt bei fünf Prozent.

Wie es zurzeit um den Autoverlad Vereina und den Glacier Express aussieht, erklärt Fasciati im Interview mit TV Südostschweiz:

Maskenpflicht ist kein Problem

Dass in Graubünden zurzeit weniger Zuggefahren wird, schreibt Fasiati eindeutig der Homeoffice-und Abstandsempfehlung des Bundesrates zu. Die Maskenpflicht habe die Menschen hingegen nicht abgeschreckt. Im Gegenteil. «Die Maskenpflicht konnte bei uns ohne Probleme eingeführt werden und hat nicht zu weniger Passagieren geführt», so Fasciati. Das Sicherheitsgefühl der Reisenden habe sich dadurch nur verstärkt und sie hätten durch die geringeren Frequenzen auch mehr Platz in den Zügen.

Weniger Auslastung bedeutet natürlich auch weniger Einnahmen für die RhB. Um dies aufzufangen, wird das Unternehmen als ersten Schritt finanzielle Reserven auflösen, die es für genau solche Fälle in der Vergangenheit gebildet hatte. «Für den Rest hat das nationale Parlament eine Unterstützung in Aussicht gestellt», sagte Fasciati.

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