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Faust im Sack war gestern

Faust im Sack war gestern

Reto
Furter
24.08.21 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
Kommentar
Zu viel Licht im Dorf oder zu wenig? Diskutieren Sie mit unter suedostschweiz.ch/petitio.
BILD: CHRISTIAN BEUTLER/KEYSTONE

Natürlich hätten Sie gerne eine Tempo-30-Zone in Ihrem Wohnquartier, oder einen Mittagstisch für Ihre Kinder, eine Hausaufgabenhilfe, bessere Öffnungszeiten Ihrer Gemeindeverwaltung. Oder einfach bewirtschaftete Parkplätze, weil der Verkehr im Dorf überhandnimmt? Eine zusätzliche Strassenlampe, weil es vor Ihrer Haustüre zu dunkel ist? Eine Strassenlampe weniger, weil es vor Ihrem Schlafzimmerfenster zu hell ist? Oder Sie wünschen sich, dass das Gemeindepräsidium einmal wöchentlich unkompliziert und ohne Voranmeldung für die Bevölkerung ein offenes Ohr hat? Oder dass die krumme Linde im Zentrum nicht einfach einer Strasse weichen muss?

Urdemokratische Anliegen wie diese gibt es in jeder Gemeinde. Meist bleiben sie dort stecken, wo sie entstanden sind: in den Stuben, an den Familientischen. Weil man mit solchen Ideen nicht einfach an die Behörden gelangen könne, weil es ja nicht so wichtig sei, weil die Behörden doch genug anderes zu tun hätten. Und überhaupt wisse man ja gar nicht, ob das ein Bedürfnis sei, welches auch andere hätten. Sie kennen diese Argumentationsmuster sicher.

Unser suedostschweiz.ch/petitio bieten wir Ihnen ab heute Dienstag eine Möglichkeit, Ihre Ideen und Anliegen nach aussen zu tragen. Formulieren Sie dort – natürlich kostenlos – Ihr Anliegen, machen Sie es im Dorf bekannt und setzen Sie darauf, dass andere Ihre Idee digital unterstützen. Wir unterstützen Sie dabei, indem wir Hürden abbauen, wo dies geht, und den direkten Kontakt zu den Gemeindebehörden herstellen. 

Was nach einer weiteren Digitalisierungsspielerei aussehen mag, ist aber mehr. Gemeindefusionen stärken die Gemeinden, schwächen aber oft die Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Gemeinde, mit ihrem Dorf. Wenn wir Ihnen mit suedostschweiz.ch/petitio ein Gegenmittel anbieten können, dann freut mich das. Mitdiskutieren statt Entfremden – das ist nämlich gewiss nicht die schlechteste Alternative, wenn es darum geht, die Bündner Talschaften lebendig zu halten. 

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